Die Seele in Zeiten des Ungleichgewichts

Wenn es nach dem Psychotherapeuten Robert Schurz geht, ist es eigentlich gar kein Wunder, dass immer mehr Menschen heute unter psychischen Problemen leiden. Der Alltag beschleunigt sich, die Anforderungen werden immer höher, und der Mensch gerät schlichtweg aus dem Tritt. Damit ein inneres Gleichgewicht herrscht benötigt der Mensch Geborgenheit und auch eine sinnvolle Orientierung, und beides ist in vielen Fällen nicht mehr gegeben. Vor rund 15 Jahren hielten sich viele Soziologen, Psychologen, Historiker und Mediziner bedeckt, was Vorhersagen über das menschliche Seelenleben in der Zukunft betraf, nur einige wenige äußerten, dass davon auszugehen ist dass psychische Erkrankungen stark zunehmen würden, insbesondere Angstneurosen und Depressionen. Und heute weiß man, dass sich diese – damals leicht wagemutig getroffenen Aussagen – nicht nur bestätigt haben, sondern sogar noch übertroffen wurden.

Nun geht man davon aus, dass diese seelischen Leiden schon bald ein epidemieartiges Ausmaß annehmen werden und entscheidende sowie beeinflussende Faktoren sind dabei die zunehmende Beschleunigung und auch eine Reihe von Verlusten: der Verlust der Geborgenheit, der Autonomieverlust sowie auch der Verlust von Normen und Sinngebung. Das klingt soweit plausibel, doch wie kommt es im Detail zu den psychischen Erkrankungen und was ist es genau, was der Psyche zu schaffen macht? Denn anders als bei organischen Leiden sind die Zusammenhänge in diesem Bereich oft nur schwer auszumachen und bei der Lösung von derlei Problemen ist man selbst heute noch oft auf sich allein gestellt. Zumal psychische Leiden in der Gesellschaft immer noch nicht den selben Stellenwert wie physische Erkrankungen haben.

Schurz beleuchtet die Hintergründe in seinem Beitrag auf Welt Online und gibt interessante Denkanstöße – denn in vielen Fällen geschehen die Veränderungen schleichend und unbewusst und man nimmt sie irgendwann als selbstverständlich hin – ein folgenschwerer Fehler. Das komplette Essay von Robert Schurz zum Thema Zukunft der Psyche findet man hier.

Kommentieren