Selbstmordrisiko bei Migrantinnen wird untersucht
In Berlin leben die meisten einwanderer – nun führt die Charité Berlin eine neue Studie mit türkischen Migrantinnen durch. Wie npin.de berichtet, soll hierbei untersucht werden, ob das Selbstmordrisiko bei Migrantinnen höher ist als bei einheimischen Frauen.
Hintergrund der Studie ist, dass eine hohe Dunkelziffer an Suiziden und Suizidversuchen bei den Migrantinnen vermutet wird. Das Projekt der Charité ist auf drei Jahre ausgelegt und wird vom Bundesforschungsministerium gefördert. Eine frühere Studie zeigte, dass bei den 16- bis 20-jährigen türkischen Frauen, die Selbstmordrate doppelt so hoch war, wie bei den einheimischen Frauen.
Mit 9000 Menschen jährlich, die sich das Leben nehmen, liegt Deutschland im europäischen Mittelfeld. Auffällig hierbei, dass alleine in Berlin über 400 Menschen pro Jahr Suizid durchführen. Die neue Studie soll Klarheit bringen, ob sich das Suizidrisiko erhöht, wenn Frauen in einem anderen Leben müssen und häufig zwischen zwei Kulturen stehen.
Bekannt ist zum Beispiel, dass Depressionen, die als häufigste Ursache für Selbstmord gelten, häufig bei türkisch stämmigen Frauen erst sehr spät oder zum Teil gar nicht, erkannt und behandelt werden. Dies hat viele Gründe. Ein Grund ist oft die sprachliche Barriere zwischen Patientin und Arzt, sodass oft die Anzeichen für Depressionen nicht gedeutet werden können. Ein weiterer Punkt ist sicherlich auch im türkischen Umfeld zu sehen, denn häufig gibt es in türkischen Familien größere Vorbehalte gegen psychische Erkrankungen und auch eine Behandlung wird in diesem Bereich eher skeptisch gesehen oder sogar komplett abgelehnt.